Tagesausflüge auf Westeuropa Kreuzfahrt – Teil 2: Paris ab Le Havre

am Fr 6 Nov 2020 von Kreuzfahrtexperte

Auch wenn ein Tag in der Stadt der Liebe zu kurz für die vielen Sehenswürdigkeiten ist - ein bisschen Liebe geht immer, auch ein Tagesausflug nach Paris kann verzaubern.

Paris, die Hauptstadt der Französischen Republik, ist mit über 2,2 Millionen Einwohnern zum einen die fünftgrößte Stadt der Europäischen Union und wegen der vergleichsweise kleinen Stadtfläche zum anderen die am dichtesten besiedelte Großstadt Europas. Sie liegt in der gemäßigten Klimazone, umgeben von zwei großen Stadtwäldern an der Seine, in der sich mehrere Inseln, so die berühmte Île de la Cité befinden. Ab Mitte des 3. Jahrhunderts vor Christus entwickelte sich Lutetia auf der Île de la Cité aus der keltischen Siedlung der Parisii. Die Einnahme Lutetias durch die Römer im Jahre 52 vor Christus schilderte Caesar in De bello Gallico; die Römer überließen die Île de la Cité den Parisii und bauten auf dem linken Ufer der Seine eine neue römische Stadt mit Thermen, Forum und Amphitheater, die sie Civitas Parisiorum oder Parisia nannten. Dieser Name der noch unbedeutenden Stadt setzte sich im 4. Jahrhundert durch. Die Merowinger beendeten im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft und machten Paris 508 unter Chlodwig I. zur Hauptstadt des Merowingerreiches. Unter anderem wegen Normannenüberfällen während der Herrschaft der Karolinger wurde Paris von Philipp II., der auch den Louvre bauen ließ, um 1200 herum befestigt. Im 14. Jahrhundert entstand auf der île de la Cité ein Königspalast, im Süden von Paris die Sorbonne und die Mauern am linken Seineufer wurden erneuert. Trotzdem besetzten englische Streitkräfte Paris im Hundertjährigen Krieg von 1420 bis 1436. Im 16. Jahrhundert blieb Paris katholisch; in der Bartholomäusnacht am 24. August 1572 wurden tausende Hugenotten ermordet. Auf Ludwigs XIV. gehen Straßenbeleuchtungen, Krankenhäuser, modernisierte Wasserversorgung, das Abtragen der Stadtmauern und das Verlegen der Residenz nach Versailles zurück. Aufgrund seiner Größe und der wirtschaftlichen Bedeutung blieb Paris aber das politische Zentrum Frankreichs, was sich dann auch beim Ausbruch der Französischen Revolution 1789 und der Abschaffung der Monarchie zeigte. 1844 wurde eine 39 Kilometer lange Stadtbefestigung mit 94 Bastionen und 16 Fort, damals die größte der Welt, errichtet. Während im Zweiten Kaiserreich unter dem Pariser Präfekten Haussmann viele alte Viertel zur Schaffung von Boulevards abgerissen wurden, entstand die ringförmige Stadtautobahn erst im 20. Jahrhundert aus der großen Stadtbefestigung. Nach Ende des Krieges von 1870/71 bildete sich für zwei Monate die aus Arbeitern, Handwerkern und Kleinbürgern bestehende Pariser Kommune, die gegen die konservative provisorische Regierung der Republik revoltierte. Wirtschaftlich und kulturell erblühte Paris bis 1914, was sich unter anderem in vielen Belle Époque Bauwerken, Weltausstellungen und zweimaligem Austragen der Olympischen Spiele äußerte. Zu schnelles Wachstum sowie die Weltwirtschaftskrise führten ab 1925 zu instabilen innenpolitischen Verhältnissen in Paris mit wechselnden Regierungen und sogar einer antiparlamentarischen Straßenschlacht 1934. Während des Zweiten Weltkrieges war Paris von Juni 1940 bis August 1944 besetzt. Da Paris strategisch nicht wichtig war und der deutsche Stadtkommandant von Paris den Befehl Hitlers, Paris „nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen“ zu lassen, verweigerte, blieb die Stadt von größeren Zerstörungen verschont. Unruhen erschütterten Paris Anfang der 1960er im Zuge des Algerienkrieges, 1968 durch Studentenrevolten und Massenstreiks sowie 2005 durch meist jugendliche Einwanderer in den Vororten. 2015 starben in Paris über hundert Menschen bei Terroranschlägen unter anderem in den Redaktionsräumen einer Satirezeitschrift, einer Konzerthalle und rund um ein Fußballstadion. Wunderschöne und berühmte Bauwerke gibt es in Paris viele, auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes stehen aktuell die Uferpromenade der Seine sowie die Kathedrale Notre Dame, die bei einem Großbrand im April 2019 schwer beschädigt wurde.

Paris als Ziel für Westeuropakreuzfahrt-Touristen

Da man sich an einem Tag in Paris beschränken muss und Paris Experten unterschiedliche spezielle Interessen haben, stellen wir hier nur die Hauptsehenswürdigkeiten vor. Schon allein die Auswahl an sehenswerten Kirchen ist in Paris groß. Wahrscheinlich werden auch trotz der starken Beschädigungen immer noch viele Menschen Notre Dame de Paris einen Besuch abstatten. Die berühmte, über 800 Jahre alte Kathedrale auf der Île de la Cité ist ein Meisterwerk der Gotik unter anderem mit riesiger Rosette und tollem Ausblick von den Türmen. Ganz in der Nähe befindet sich eine der schönsten gotischen Kirchen, Sainte-Chapelle, die in eine untere und die einmalige obere Kirche, die gefühlt nur aus buntem Licht besteht, unterteilt ist. In Montmartre steht auf dem höchsten Punkt der Stadt die Basilika Sacré-Cœur; innen bietet die weiße Kreuzkuppelkirche ein beeindruckendes Jesus Mosaik mit ausgebreiteten Armen, das größte Frankreichs, und außen einen wunderbaren Blick über Paris. Noch schöner wird die Aussicht von der Kuppel, wofür man 300 Stufen über eine Wendeltreppe hinaufgehen muss. Der Invalidendom mit seiner prägnanten goldenen Kuppel, in dem Napoleon Bonaparte begraben ist, sowie das mit seinen Säulen an die Antike erinnernde Panthéon, das Ruhmes- und Gedenkstätte der Helden Frankreichs ist und in dem sich das die Erdrotation nachweisende Foucaultsche Pendel befindet, sind heute keine geweihten Kirchen mehr. Bauwerke, die einen Ausflug nach Paris lohnen, gibt es naturgemäß noch mehr als Kirchen. Das berühmteste ist der 1889 zur Weltausstellung fertiggestellte, 324 Meter hohe, 10000 Tonnen schwere Eiffelturm, von dem 1921 das erste Radio- und 1935 das erste Fernsehprogramm Europas ausgestrahlt wurde und von dessen Aussichtsplattformen man einen herrlichen Blick auf Paris hat. Auch auf den Arc de Triomphe de l’Étoile, der am Ende der Champs-Élysées steht, kann man hinauf. Der von Napoleon für seinen Sieg von Austerlitz in Auftrag gegebene, 50 Meter hohe Triumpfbogen ist der größte Torbogen der Welt; unter ihm erinnert das Grab des unbekannten Soldaten an die Kriegstoten des Ersten Weltkriegs. Einen wunderbaren Blick über Paris hat man auch vom einzigen Hochhaus im Zentrum von Paris, dem Tour Montparnasse. Im 12. Jahrhundert wurde im Zentrum von Paris eine Königsresidenz gebaut, die später um- und ausgebaut, im 17. Jahrhundert in Richtung Versailles verlassen und im 18. Jahrhundert als erstes öffentliches Museum Frankreichs genutzt wurde. Heute locken nicht nur der Bau des Louvre, sondern auch die vielen unvergleichlichen Exponate, das bekannteste ist wohl die Mona Lisa, Besucher an. Weitere schöne und als Museum genutzte Gebäude sind die 1900 eröffneten, am Rande der Champs Élysées stehenden Grand Palais und Petit Palais, die Wechselausstellungen beziehungsweise Gemälde zeigen. Ebenso lohnenswert sind die Besichtigung der Opéra Garnier, die Werke der großen Impressionisten im ehemaligen Bahnhofsgebäude Musée d’Orsay oder die größte Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst in Europa im ebenfalls modernen Centre Pompidou. Paris ist zudem so schön, man kann den ganzen Tag herumlaufen, ohne sich zu langweilen. Das Erlebnis kann man noch steigern, wenn man unter anderem auf der Prachtmeile von Paris, der Champs Élysées, die vom Triumphbogen zum Place de la Concorde, in dessen Mitte ein ägyptischer Obelisk steht, an der Seine mit den vielen Buchständen und wunderschönen Brücken wie der schönsten der Stadt, der 1900 gebauten Pont Alexandre III, die in der Nähe der Champs Élysées zum Hôtel des Invalides führt, entlang, durch den Jardin des Tuileries oder durch Montmatre geht.

Möglichkeiten für Kreuzfahrt-Gäste, Paris nur mit Reederei Transfer zu entdecken

Die Strecke von Le Havre nach Paris ist so lang, dass, um sicher zu sein, das Kreuzfahrtschiff abends wieder zu erreichen und um möglichst viel Zeit in der Stadt zu haben, die Transfers der Reedereien empfehlenswert sind. Das Kreuzfahrtterminal in Le Havre ist am Quai Roger Meunier, 76059 Le Havre, Telefon +33 2 35 54 95 46. Hat man sich gut vorbereitet, zum Beispiel über Parisinfo.com, wo man auch Tickets buchen kann, oder bei France.fr/de, kann man die Innenstadt von Paris gut selbständig zu erkunden. Das Tourist Info Center hat in der Innenstadt von Paris drei Adressen: im Hôtel de Ville, rue de Rivoli 29, am Gare du Nord, Rue de Dunkerque 18 und an der Rezeption des Carrousel du Louvre, rue de Rivoli 99. Auf der Seite der Touristeninformation von Paris finden Sie alles über den öffentlichen Nahverkehr.

„Nicht-Verpassen“ und Tipps vom Rivers2Oceans-Team

Auf den Dächer von Sacré-Cœur spazieren gehen.
Sich an einem sonnigen Tag vom Licht in Sainte-Chapelle verzaubern lassen..

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