Reisebericht – Seine Kreuzfahrt mit der A-ROSA Viva

Von Kreuzfahrtexperte, 16.02.2024

Paris und eine Kreuzfahrt auf der Seine, wer könnte da widerstehen? Paris, die Stadt der Liebe. Und dann noch die Seine mit ihren vielen Flussschleifen, den leuchtenden Farben, dem flimmernden Licht – schließlich wollten wir unbedingt die Wiege des Impressionismus kennenlernen. Kurz entschlossen buchten wir diese Fahrt.

Unser Flug ab Hamburg startete schon sehr früh, also genossen wir schon mal unser Frühstück auf dem Flughafen. Das Flugzeug startete pünktlich und um 8 Uhr landeten wir in Frankreich. Nach einigem Suchen fanden wir auch unseren vorbestellten Fahrer, der uns zum Quai Saint Ouen in St. Denis brachte. Natürlich durfte man erst ab 15 Uhr auf das Schiff, also hatte wir noch jede Menge Zeit. Zum Glück konnten wir aber unseren Koffer schon an Bord bringen lassen. Also nutzen wir die Zeit und machten uns auf den Weg um St. Denis zu erkunden.

Pünktlich um 15 Uhr durften wir an Bord und unsere Kabine in Augenschein nehmen. Wir hatten eine Kabine mit französischem Balkon, sehr bequeme Betten und auch sonst bot die Kabine alles was man brauchte. Auch das Schiff selber, die A-Rosa Viva, war ansprechend eingerichtet. Lounge und Restaurant lagen auf einer Ebene und man hatte überall genügend Platz. Es gab eine kleine Bibliothek, einen Minishop, Fahrräder zum Ausleihen, oben an Deck konnte man Golf, Mühle oder Shuffleboard spielen und natürlich fehlte auch nicht ein Fitness- und Spa-Bereich. Genügend Sonnenliegen zum Relaxen gab es auch an Deck, es war also Erholung pur angesagt. Gegen 19 Uhr legte unser Schiff ab und wir genossen unseren ersten Abend an Bord.

Unsere erste Station war Rouen, dort sollten wir um 15 Uhr ankommen. Es war also Ausschlafen angesagt und danach konnten wir die Fahrt die Seine entlang genießen. Die Landschaft ist wunderschön, es wechselte zwischen Wäldern bis direkt zum Wasser, Kreidefelsen und kleinen Orten ab. Die Sonne strahlte vom Himmel, einfach eine Bilderbuchlandschaft. Und dann kam Rouen in Sicht, langsam fuhr unser Schiff an den Häusern vorbei bis zu unserem Liegeplatz. Der Hafen von Rouen liegt 80 Kilometer von der Flussmündung in den Ärmelkanal entfernt. Trotzdem ist er Fluss- und Seehafen. Schiffe bis zu einer Länge von 260 Metern und maximal 150.000 Tonnen können bis nach Rouen fahren. Es ist der fünftgrößte Hafen Frankreichs und der größte europäische Getreidehafen. Alle vier bis fünf Jahre kommen Millionen Besucher zur Schiffsschau, der Armada, der größten Segelschiffe der Welt. Wir konnten es kaum erwarten uns die Hauptstadt der Normandie anzusehen. Langsam bummelten wir durch die Gassen der Altstadt mit den wunderschönen Fachwerkhäusern - es gibt noch ungefähr 2000 davon. Durch die Rue de Gros Horloge wollten wir zur Kathedrale von Rouen, die Türme konnten wir schon vom Schiff sehen. Die alte astronomische Uhr wurde im 14. Jahrhundert in den extra dafür gebauten Turm eingesetzt, sie ist das älteste Uhrwerk Frankreichs.

Und dann stehen wir vor der Kathedrale, sie ist gewaltig. Die Westfassade wurde durch Monet weltberühmt, er malte sie gleich 30 mal. Nur gut, denn man selbst hat Schwierigkeiten die Kathedrale auch nur ganz auf ein Foto zu kriegen. Auch der Innenraum ist überwältigend. Der erste Herzog der Normandie, der Wikinger Rollo, ließ sich 911 in der Kathedrale taufen, seitdem wurden alle Herzöge der Normandie hier gekrönt und bestattet. Langsam gehen wir durch die Kirche und bestaunen die Grabstätten sowie die wunderschönen Glasfenster, die ältesten stammen noch aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg zur Kirche St-Maclou kommen wir am Bischofspalast vorbei. Hier fand der Prozess gegen Jeanne dArc statt, heute ist hier ein interaktives Museum zur Magd von Orleans untergebracht. Die Kirche St. Maclou ist geschlossen, also können wir uns nur an der wunderschönen Außenansicht erfreuen. Nach einer leckeren Erfrischung machen wir uns langsam auf den Rückweg. Am Justizpalast machen wir nochmal halt, Ende des 15. Jahrhunderts fing man mit dem Bau an, es ist der größte gotische Palast in Europa. Unser letzter Fotostopp ist am alten Marktplatz. Auch hier stehen hübsche Fachwerkhäuser, in einem befindet sich das älteste Gasthaus Frankreichs. Hier auf dem Marktplatz wurde Jeanne dArc am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Heute steht an dieser Stelle eine Kirche, die Jeanne dArc geweiht ist. Zurück auf dem Schiff genießen wir den warmen Sommerabend.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Bus durch die schöne Normandie vorbei an Flachsfeldern und kleinen Dörfern nach Étretat am Ärmelkanal, ein Ort den die Impressionisten im 19. Jahrhundert für sich entdeckten. Étretat ist ein netter kleiner Ort mit pittoresken Häusern und vielen Touristen. Die Hauptattraktion sind aber die Kreidefelsen an der Küste. Man kann entweder auf die Felsen wandern oder am Strand über Kieselsteine näher an die wunderschönen Felsformationen gehen. Aber egal von wo man sich die Felsen ansieht, es ist einfach grandios. Monet verbrachte einen ganzen Winter hier, um die Felsen und das Meer bei jedem Wetter und Licht zu malen. Viel zu schnell geht es weiter nach Le Havre. Unser erster Stopp ist die Stelle, von der aus Monet den Hafen von Le Havre gemalt hat. Weiter geht es zur Kirche St. Joseph, einem Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. Le Havre wurde im 2. Weltkrieg bei der Befreiung durch die Alliierten fast vollständig zerstört. Die Kirche ist von außen schon beeindruckend, der Kirchturm, er ist 109 Meter hoch, erinnert an die Wolkenkratzer in New York. Aber wenn man sie betritt, kommt man aus dem Staunen kaum heraus. Das Gebäude besteht nur aus Stahl und Beton, jede figürliche Dekoration fehlt, doch durch die 12768 verbauten, verschieden farbigen Glasstücke wird der Innenraum zu etwas ganz Besonderem. Bei der anschließenden Stadtrundfahrt sehen wir noch einige der Plattenbauten, die nach dem Krieg entstanden sind, die Kathedrale von Le Havre, sie überstand den Krieg, das einem Joghurtbecher gleichende Theater Volcan und natürlich den Hafen. Randvoll mit neuen Eindrücken kommen wir wieder zu unserem Schiff und genießen den Abend.

Am nächsten Tag legt die Viva in Caudebec-en-Caux an, eine kleine, schön angelegte Stadt. Wir lassen uns durch die Straßen treiben, vorbei am Seine Museum, der Kirche Notre Dame aus dem 15. Jahrhundert, dem ältesten Haus der Stadt, das Maison des Templiers aus dem 13. Jahrhundert. Überall grünt und blüht es, an dem kleinen Bach, der durch den Ort fließt, sind jede Menge Blumenkästen an den Geländern angebracht, ein wunderschöner Anblick. Nachmittags steht ein weiterer Höhepunkt auf unserem Programm, wir fahren nach Honfleur, ein Sehnsuchtsort vieler Maler seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Vorher machen wir noch einen Abstecher nach Trouville, der Königin der Strände. Wir machen einen Spaziergang am Hafen entlang vorbei an der Fischhalle (hier werden auch heute noch die Fänge des Tages verkauft) zur Strandpromenade. Die Promenade wurde schon 1867 erbaut und lädt auch heute noch zum Bummeln ein. Auf der einen Seite ein schier unendlich erscheinender Strand auf der anderen Seite herrliche Villen aus der Gründerzeit. Mitte des 19. Jh. wurde der Strand von den Malern des Impressionismus entdeckt. Auf dem Weg nach Honfleur sehen wir warum die Gegend hier Blumenküste heißt, überall wachsen herrliche Hortensienhecken und andere Blumen. In Honfleur angekommen, machen wir einen Stadtspaziergang. Es ist einmalig durch die Gassen zu schlendern, die alten Häuser und den Hafen zu sehen, so wie die verschiedenen Maler dieses Städtchen gesehen haben, da hier nichts zerstört wurde. Vorbei an dem kleinen Hafen mit den bunten Booten, den schmalen Häusern und den Resten der Befestigungsanlage, kommen wir zu einem Highlight des Fischerortes: der Seemannskirche aus dem 15. Jahrhundert ganz aus Holz mit einem separaten Glockenturm. Sie ist die größte Holzkirche in Frankreich. Während des Hundertjährigen Krieges zerstört, wurde sie im 15. Jh. von Seeleuten wieder aus Holz aufgebaut, da dieses Material billiger war. Die Kirche ist ein absolutes Muss in diesem bezaubernden Städtchen. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch die pittoresken Gassen zurück zum Bus verlassen wir Honfleur und fahren zurück zum Schiff.

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne vom Himmel, die Bäume spiegeln sich im ruhigen Wasser der Seine, ein Märchen könnte nicht schöner sein. Und wir nähern uns Les Andelys, einem kleinen Ort im Herzen der Seine-Schleifen zwischen Rouen und Paris. Schon von weitem sieht man das Wahrzeichen des Ortes: die Burg Gaillard - in nur einem Jahr von Richard Löwenherz erbaut. Wir legen in Petit Andelys an und erkunden diesen an einer reizvollen Stelle erbauten Ort, machen einen Abstecher zum Hospiz Saint Jacques, vor der Revolution eine Station für die Pilger auf dem Weg nach Compostela, heute ein Altersheim. Die Kirche Saint Sauveur aus dem 13. Jh. ist auch einen Besuch wert, doch wir kehren schon bald zur Seine zurück und genießen dort den tollen Blick und das Wetter. Um 12 Uhr geht es weiter nach Vernon und es folgt der absolute Höhepunkt dieser Reise: Giverny, der Garten von Claude Monet. Wir werden mit dem Bus hingefahren und können uns dann den Garten in aller Ruhe alleine ansehen. Es ist einmalig, man kann diese Blumenpracht kaum beschreiben. Es blüht hier in allen Farben, rot, weiß, lila, orange, gelb. Wunderschön angelegte Beete, wechseln mit Bäumen, einem Bambuswald und dem berühmten Seerosenteich ab. Es ist noch schöner als ich es mir vorgestellt hatte. 1883 ließ sich der Maler hier nieder und legte seinen fantastischen Garten an. Und da er fürchtete der Staub der Straße könnte seine Seerosen bedecken, gab er viel Geld für die Asphaltierung der Straße aus. Mehr als 200 Bilder seines Gartens sind erhalten geblieben, viele Bilder, die ihm nicht gefielen, verbrannte er. Seine Nachbarn waren damals recht unbeeindruckt von der Anlage, heute findet man in dem Dorf überall verspielte Gärten mit üppigen Blumenbeeten. Mit Kopf und Kamera voller Bilder verabschieden wir uns von Giverny.

In Vernon machen wir noch einen Spaziergang zur alten Mühle und dem Chateau des Tourelles aus dem 13. Jahrhundert. Die alte Mühle ist ein absolutes Postkartenmotiv und inspirierte auch Monet zu Bildern. Die Mühle steht auf den Resten der Brücke, die früher im Mittelalter die Seine überspannte. Nach dem Dinner erwartet uns an Deck der Viva ein Abend mit Liedern von Edith Piaf. Es ist schon ein Gänsehautmoment, das Schiff gleitet über die Seine, die Sonne geht langsam unter und die Chansons der berühmten Sängerin werden gekonnt vorgetragen.

Den nächsten Tag fahren wir leider schon wieder zurück nach Paris. Auf dieser Seite der Seine sind kaum Kreidefelsen. Dafür sehen wir noch die Kirche Collégiale Notre-Dame in Mantes-la-Jolie mit dem burgundischen Dach. Wir genießen ganz einfach die Fahrt und die Landschaft.

Unser letzter Tag in Paris und wir machen einen Ausflug zum Montmartre und Sacre Couer. Es sind sehr viele Touristen unterwegs, aber Sacre Couer muss man einfach gesehen haben. Langsam schieben sich die Touristenströme die vielen Treppen hoch zur Kirche. Zum Glück wollen viele davon erst einmal den Ausblick von hier oben auf Paris genießen. Der ist auch wirklich sehenswert, die ganze wunderschöne Stadt liegt einem zu Füßen. Mit dem Bau von Sacre Couer wurde 1875 auf dem 130 Meter hohen Hügel im bekannten Viertel Montmartre begonnen und seit 1914 kann man sie als weithin sichtbares, weißes Wahrzeichen von Paris bestaunen. Erbaut aus Travertin erstrahlt das römisch-katholische Gotteshaus so hell wie am ersten Tag. Wir gehen aber als erstes in die Kirche und dann auch sehr schnell zu dem absoluten Highlight: dem Mosaik in der Kuppel über dem Altar. Dieses Mosaik ist fast 500 m² groß und zeigt die Darstellung von Jesus mit flammendem, dornenumkränztem Herzen und weit ausgebreiteten Armen und der Inschrift: Dem heiligsten Herzen Jesu (gewidmet) vom reumütigen, inbrünstigen und dankbaren Frankreich. Und egal wo man sich in der Kirche befindet, die Augen von Jesus folgen einem. Danach schlendern wir über den Place du Tertre, vorbei an den Malern und Cafés zum Weinberg und der Mühle, kommen zum Haus, in dem Picasso gewohnt hat und gehen langsam wieder zurück zum Bus. An unserm letzten Abend an Bord treten zwei Musicalsänger auf und bieten ein breites Repertoire von Chansons, Schlagern und Musicalhits, einfach toll.

Am nächsten Morgen müssen wir das Schiff leider verlassen, machen aber noch einen Abstecher rein nach Paris. Am Centre Pompidou vorbei gehen wir zur Ile de la Cité. Der Platz um Notre Dame ist komplett für die Restaurierungsarbeiten abgesperrt. Trotzdem hat der Platz nichts von seiner Anziehungskraft verloren, es ist wie überall in Paris voller Touristen. Wir schlendern an den Bouquinisten vorbei zum Musée dOrsay, wir wollen uns die Ausstellung der Impressionisten ansehen. Doch das geben wir relativ schnell auf, auch hier ist es viel zu voll. Langsam gehen wir durch den Tuilerien Garten vorbei am Louvre langsam wieder zurück zu unserem Treffpunkt. Endlich am Flughafen angekommen, müssen wir feststellen, dass unser Flug gestrichen ist. Wir verbringen also noch eine Nacht mehr in Paris, aber diesmal in einem Flughafenhotel.

Es war eine schöne und trotz der vielen Sehenswürdigkeiten erholsame Reise mit vielen Höhepunkten, die ich jederzeit wiederholen würde. 

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