Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer – entspannter geht Städtereisen kaum…

Von Kreuzfahrtexperte, 03.08.2018

Eine ganze Weile ging es hin und her: nur ein Mal Koffer packen gegen weniger Freiheit bei der Routenplanung, die Anfälligkeit für Seekrankheit gegen die Freiheit, nicht selbst Auto fahren zu müssen, viele Menschen gegen viel Service und Unterhaltungsangebote, keine (negative) Überraschung beim Hotelzimmer gegen keine (positive) Überraschung beim Hotelzimmer… Letztendlich haben wir uns für eine Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer entschieden und waren begeistert.

Dazu trugen nicht nur die Route mit Cannes, Livorno, Civitaveccia, Neapel, Kotor, Venedig und Split sowie der Start- und Zielhafen Barcelona bei, sondern auch das traumhafte Wetter, das gute Laune, wunderschöne Fotos und ruhige See zur Folge hatte.

Vor der Mittelmeerkreuzfahrt – das wunderschöne Barcelona

Schon für Barcelona lohnt sich jede Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer, obwohl man eigentlich mehrere Tage - oder mehrere Kreuzfahrten - braucht. Unser Vorab-Aufenthalt hat sich jede einzelne Stunde gelohnt: Flanieren auf den (touristischen) Rambles, eine Seilbahnfahrt auf den Montjuïc, Tapas und Sangria in urigen Bars, ein bisschen shoppen, beim Laufen durch die Stadt unwahrscheinlich viele schöne Häuser bestaunen und jede Menge Sightseeing. Von der modernen Hafenanlage kommt man z.B. über Les Rambles in den historischen Stadtkern, das Barrio Gotic, wo es zahlreiche architektonische Zeugnisse der mittelalterlichen Königs- und Handelsstadt, wie z.B. die Kathedrale der heiligen Eulàlia, die Plaça del Rei und das Stadtmuseum, gibt. Unbedingt sehenswert sind in Barcelona die zum Modernisme, Barcelonas eigener Form des Jugendstils, gehörenden, von Gaudi gebauten Gebäude. Wir waren im Casa Batllo, der Casa Mila, Parc und Palais Güell, sowie natürlich der unvollendeten Sagrada Familia, an der seit 1882 gebaut wird, und konnten uns nicht entscheiden, welches Gebäude am sehenswertesten ist. So besticht z.B. das Casa Batllo mit ans Meer erinnernde Formen und ausgeklügelten architektonischen Details wie einem Lichthof, der unten hellere Kacheln und größere Fenster hat als oben, damit Atmosphäre und Helligkeit überall gleich sind. Im Casa Mila kann man nicht nur Mietswohnungen, sondern auch ein Museum über Gaudi besichtigen und in der Sagrada Familia haben wir nachvollziehen können, was Gaudi damit meinte, er wolle „eine moderne, schöne, Gott und die Schöpfung preisende Kirche“ bauen. Aber auch der Palau de la Musica, die Museen mit Werken von Miro oder Picasso, Statuen, die Werften, der Mercat de la Boqueria und ganz einfach das Stadtbild sind den Besuch wert.

12 Tage lang beinahe ein Highlight nach dem anderen im westlichen Mittelmeer

Die ersten Tage – zwischen Cannes und Neapel

Erster Hafen der Mittelmeerkreuzfahrt war Cannes, wo wir nach so vielen Erlebnissen in Barcelona einen ruhigen Tag verbrachten. Nach dem Tendern gingen wir zunächst auf den Hügel La Castre, um von dort den Blick über die Stadt zu genießen. Anschließend schlenderten wir über einen Markt, guckten uns an, wer schon alles bei den Filmfestspielen seine Handabdrücke hinterlassen hat – na gut, nach etwa 15 hatten wir genug… - gingen den Boulevard de la Croisette entlang und am Strand, unterhalb der Luxushotels, zurück zum Schiff. Die zweite Station der Schiffsreise war Livorno, von wo aus man entweder nach Pisa oder nach Florenz fahren kann; auch eine Kombination beider Städte wird meist als Landausflug angeboten. Die Medici, Michelangelo, da Vinci, Galileo, Paläste aus verschiedenen Epochen, Kirchen sowie Plätze, Straßen und Brücken - da wir mehr Zeit für Florenz haben wollten, haben wir auf den, sicherlich interessanten, Schiefen Turm von Pisa verzichtet. Für einen entspannten Aufenthalt in der seit 1982 zum UNESCO-Welterbe gehörenden historischen Altstadt Florenz haben wir – leider, aber für uns die richtige Entscheidung – darauf verzichtet, in die Uffizien zu gehen, für deren beeindruckende Sammlung man genug Zeit einplanen sollte. So konnten wir die berühmten Grabmäler in Santa Croce und mit viel Zeit die Ponte Vecchio, die als einzige Brücke den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand, besichtigen. Und in der Kathedrale Santa Maria del Fiore konnten wir sowohl den Campanile als auch die doppelwandige Kuppel besteigen, was sich absolut gelohnt hat. Auch für kleine Gassen, große Paläste von außen, eine alte Apotheke und den Test, ob die Italiener tatsächlich super leckeres Eis machen können – ja, können sie… - fanden wir so genügend Zeit. Mit Civitavecchia stand am nächsten Tag ein weiteres Highlight auf dem Routenplan. In Rom muss man sich dann tatsächlich entscheiden, was einen am meisten interessiert: die Römer, der Vatikan, eine Citytour zu wichtigen Plätzen und Kirchen, shoppen oder eine Kombination. Eine kleine – unvollständige und persönlich gefärbte, aber für einen Kreuzfahrt-Aufenthalt trotzdem zu große (wir waren öfter dort…) – Auswahl an Höhepunkten: die Ruinen des Forum Romanum, des Zentrums des antiken Roms, das fast vollständig erhaltene Pantheon, einziger erhaltener Kuppelbau der Antike, und das Kolosseum als größtes Amphitheater der Antike aus römischer Zeit. Kirchen gibt es in Rom natürlich so viele, dass es schwer fällt, neben dem Petersdom, einzelne herauszuheben; vielleicht San Pietro in Vincoli, wo sich Michelangelos Moses-Statue befindet, die in die Diokletianthermen gebaute Santa Maria degli Angeli, das Deckengemälde von Il Gesu oder die Barockkirchen Berninis und Borrominis oder doch die Pilgerkirchen und Santa Maria della Vittoria wegen Berninis Verzückung der heiligen Therese… - alle sind einzigartig und prachtvoll; überzeugen Sie sich selbst. Dann wären da natürlich noch die Brunnen, Plätze und Monumente, bevor Sie überhaupt nur ein Museum betreten haben. Uns besonders gut gefallen haben die Villa Borghese und natürlich die Vatikanischen Museen mit ihrer Vielzahl an unvergleichlichen Kunstwerken von antiken Statuen über Gemälden bis hin zur Sixtinischen Kapelle. Da jede Reederei unterschiedliche Ausflüge mit verschiedenen Schwerpunkten anbietet, sollte für jeden etwas dabei sein. Zwar kann man mit der Bahn auf eigene Faust nach Rom fahren, sollte jedoch ausreichend Zeit einplanen, da die Züge häufig voll sind, sich verspäten oder auch schon mal ausfallen. Der Halt der Kreuzfahrtschiffe in Neapel eröffnet einem dann völlig unterschiedliche Möglichkeiten: die Stadt selbst, die Fahrt die Amalfiküste entlang, der Vesuv und Pompeji. In Neapel gibt es drei bedeutende Festungen, hunderte Kirchen, schöne Museen und unglaublich viele Paläste und Villen. Trotzdem entscheiden sich viele – so wie wir – für die Fahrt die Amalfiküste entlang. Die wunderschöne Küste kann man entweder per Bus oder per Boot „erfahren“. Wofür man sich entscheidet, liegt am persönlichen Geschmack. Durch die Fahrt mit dem Bus hat man die Gelegenheit für Fotostopps und einen kurzen Rundgang durch Sorent, die vielen Villen der Reichen und Schönen sieht man aber vielleicht besser von See aus. Nach der Traumstraße folgte ein weiteres Highlight: Pompeji. Das riesige Areal hat uns wirklich einen Eindruck einer römischen Stadt vermittelt. Es ist zwar viel verfallen und verfällt weiterhin, aber teilweise sind lange Straßen mit Häusern, die noch mehrere Stockwerke haben, erhalten und in den Häusern befinden sich wunderschöne, detailreiche Mosaike und Wandmalereien. Theater, Thermen, öffentliche Garküchen, die in die Straßen eingefrästen Fahrrillen - damit Fuhrwerke aus anderen Städten mit anderen Radabständen kostenpflichtig umgeladen werden mussten, schon die Römer waren geschäftstüchtig… - und Tempel vermitteln ein Bild vom Alltagsleben – und die Hüllen der verbrannten Körper eines vom Grauen des Untergangs.

Teil zwei der Mittelmeer Kreuzfahrt – von Kotor bis Split

Nach so vielen sehenswerten Sehenswürdigkeiten haben wir uns über einen Seetag und dann auf Kotor gefreut – wo unsere Erwartungen mal wieder übertroffen wurden! Da in Kotor getendert wird, hat man schon vom Schiff aus den ersten beeindruckenden Blick auf die Stadt. Angekommen sind wir als erstes zur Festung Sveti Ivan hochgelaufen, was circa eine dreiviertel Stunde über schlechte Serpentinentreppen dauert (Wasser, gute Schuhe!), um den einmaligen Ausblick zu genießen. Die Burg ist ziemlich verfallen, der Ausblick wunderschön. Anschließend kann man in der autofeien Innenstadt Kotors die 4,5 Kilometer lange Stadtmauer, den Uhrturm oder die Sankt-Tryphon-Kathedrale besichtigen – oder einfach nur durch die Gassen schlendern und die sandfarbenen Häuser ansehen, shoppen oder Kaffee trinken. Dann folgt mit der Fahrt durch die Bucht von Kotor, die als südlichster Fjord Europas bezeichnet wird, eine weitere Attraktion, die man am besten mit einem leckeren Getränk, Musik und einem Fotoapparat genießt. Und dann – Venedig! Die Einfahrt gegen Mittag fand bei wunderbarem Wetter, mit klassischer Musik und unter großer Beachtung statt. Kein Wunder, geht es doch zwischen den Inseln hindurch und am Markusplatz vorbei, was einen ganz anderen Eindruck von Venedig vermittelt als das Schlendern durch die Gassen und über die Brücken – es ergänzt sich perfekt und mal wieder lohnt allein das schon fast die Mittelmeerkreuzfahrt! Allerdings dürfen ab November 2014 Kreuzfahrtschiffe über 40000 Tonnen hier nicht mehr entlang fahren. Venedig ist viele Touristen gewohnt und auch auf „Kreuzfahrer“ eingerichtet. Vom Pier aus geht der „People Mover“ zur Piazzale Roma, man kommt also ganz schnell vom Schiff zum Canale Grande. Hier lohnt sich natürlich eine Fahrt mit dem Wassertaxi zum Markusplatz ebenso wie der Weg dorthin über Brücken und durch Gassen – aber man muss ja eh wieder zurück… Unserer Ansicht nach ist in Venedig schon allein das Laufen durch die Stadt mit ihren vielen Palästen, Gassen, Gondeln, Brücken und Plätzen eine Attraktion, aber natürlich gibt es unzählige weitere. Dazu zählt unter anderem der Markusplatz mit Campanile, Dogenpalst und Dom, wo man leicht den ganzen Tag mit Aussicht genießen, dem Bestaunen der venezianischen Gotik, Besichtigen der Gebäude und vielleicht überteuertem Kaffee oder Window-Shopping verbringen kann. Viele weitere Kirchen und Paläste, Museen, die 48 Meter lange Rialtobrücke mit ihren Läden oder das berühmte Teatro La Fenice – in Venedig wird die Zeit schnell zu kurz. Als letzter Hafen der Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer stand Split auf dem Programm. In Split fanden wir besonders interessant, wie die alten Gebäude genutzt wurden. So wurden in die Mauern des Diokletianpalastes Häuser gebaut und im Peristyl, das ist ein Säulenhof, ein Hotel errichtet, das die alten Stufen als Sitzgelegenheiten zum Kaffee trinken nutzt – was wir ausgiebig taten. Für Schwindelfreie ist zudem der Aufstieg auf den Campanile des Doms St. Domnius zu empfehlen, von wo aus man einen schönen Überblick auf die Altstadt hat.

Unser Fazit zur Mittelmeer Kreuzfahrt

Die Route der Mittelmeerkreuzfahrt hat uns noch mehr gefallen als wir erwartet haben. Wenn wir drei Highlights der Route nennen müssten, wären es (abgesehen vom Starthafen): Die traumhafte Kulisse der Amalfiküste, die wir per Bus angesehen haben in Verbindung mit dem absolut beeindruckenden Pompeji, Kotor, das uns mit seiner kleinen, autofreien Altstadt, der Festung mit unglaublich schönem Ausblick und der Ausfahrt aus Europas größtem Fjord südlich von Norwegen völlig überrascht hat und wie alle waren wir begeistert von der Ein- und Ausfahrt nach und von Venedig: die Fahrt zwischen den Inseln hindurch, am Markusplatz vorbei ist unvergesslich!

Und auch die Kreuzfahrt an sich hat uns positiv überrascht. Wir hatten uns bewusst für ein Schiff ohne Wasserpark oder Hochseilgarten und dafür mit mehr Platz pro Reisendem entschieden. Den höheren Preis machte für uns die Ruhe und Entspanntheit auf der Schiffsreise mehr als wett – aber wir fuhren eben auch ohne Kinder und nicht in der Ferienzeit. Immer das richtige Plätzchen, super leckeres Essen und eben nur einmal Koffer packen – wir können eine Städtereise per Kreuzfahrt nur empfehlen.

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