Geheimnisvolles auf und im Wasser

am Di 2 Feb 2021 von Kreuzfahrtexperte

Es gibt ja viele Gründe, eine Kreuzfahrt zu unternehmen. Gehört für Sie auch Mystisches dazu?

Falls Sie sich für alte Sagen und Unerforschtes im Bereich von Fluss, See und Meer interessieren, lesen Sie hier über Sagengestalten im und am Wasser.

Vor einiger Zeit haben wir Naturphänomene als Gründe für eine Kreuzfahrt vorgestellt, aber vielleicht gehören Sie zu denjenigen, die darüber hinaus auch an den wahren Kern in alten Geschichten glauben – oder diese zumindest gerne hören… Wenn Sie also wissen möchten, warum Sie Poseidon nicht verärgern sollten oder der Gesang der Loreley zu schön ist, dann lesen Sie weiter. Und falls Sie zusätzlich sowieso auf keinen Fall das Seemannsglück herausfordern möchten, empfehlen wir Ihnen diesen Blogbeitrag.

Poseidon/Neptun

Laut der griechischen Mythologie ist Poseidon der Sohn von Kronos und Rhea und einer der zwölf Götter des Olymps. Sein Vater verschlang ihn nach der Geburt, Poseidon wurde jedoch von seinem Bruder Zeus gerettet, der den Vater tötete. Bei der Teilung der Welt in drei Teile erhielt Zeus den Himmel, ihr Bruder Hades die Unterwelt und Poseidon wurde Gott des Meeres. Wie sein Bruder Zeus verfügt er über den Blitz als Waffe, kann Erdbeben verursachen und hat viele Nachkommen. Poseidon hat einen berühmten Dreizack, tief im Meer einen kristallenen Palast, sein Pferd ist ihm heilig und er gilt als ziemlich übellaunig. Die Römer setzten Poseidon mit Neptun gleich.

Die bekanntesten Sagen um Poseidon drehen sich zum einen um den Trojanischen Krieg beziehungsweise die Odyssee, in der es andauernd zum Streit zwischen Athene und Poseidon kommt. Poseidon versucht Odysseus durch ständige Winde und Stürme zu töten, da dieser einem Sohn des Poseidons ein Auge ausgestochen hat. Die andere Sage behandelt den Streit zwischen Athene und Poseidon um die Schutzherrschaft über Attika. Da zwei Götter die Vorherrschaft über Attika wollten, entschied der König Attikas, dass das bessere Geschenk über den Sieg entscheiden sollte. Er zog den ersten Olivenbaum, den Athene pflanzte, der Quelle, die Poseidon entstehen ließ, vor und nannte den Ort Athen. Darauf verdammte Poseidon den König, der nie wieder Land betreten durfte, Athene gab ihm Unsterblichkeit, und so die Hoffnung, der Verdammnis zu entkommen.

Bei guter Laune ließ Poseidon neue Inseln entstehen und die See still und gut befahrbar sein. War die Laune weniger gut, stach er mit seinem Dreizack in die Erde, was Erdbeben und Überschwemmungen verursachte und gegebenenfalls Schiffe sinken ließ. Deswegen versuchen Seefahrer Poseidon nicht zu verärgern und beteten früher zu ihm für eine sichere Überfahrt, wofür sie Pferde im Meer opferten. Übrig geblieben ist das besänftigende Ritual der Neptuntaufe, bei der Seeleute oder Passagiere getauft werden, wenn sie das erste Mal auf See den Äquator oder den Polarkreis überqueren.

Leviathan

In der jüdisch-christlichen Mythologie ist der Leviathan, was Der-sich-Windende bedeutet, ein Seeungeheuer, das sich aus Krokodil, Drachen, Schlange und Wal zusammensetzt. Ältere Wurzeln des Leviathan sind die mesopotamische Salzwassergöttin Tiamat in Drachengestalt, die der menschenerschaffenden Gott Marduk besiegen musste, und das siebenköpfige Seeungeheuer Lotan, das gegen das kanaanitische Götterpaar Ba’al und Anath verlor. Der Bibel nach schuf Gott Leviathan, je nach Übersetzung, um mit ihm zu spielen beziehungsweise spielte Leviathan im Meer und mit den Schiffen. Seine Bösartigkeit – so hat er ein Herz hart wie Stein, kann Feuer speien und lässt die See brodeln - wird im Buch Hiob 40,25 – 41,26 beschrieben. Da kein Mensch ihn besiegen kann, muss am Ende Gott Leviathan töten. Um 200 bis 400 nach Christus wird Leviathan dann als weibliches Fabelwesen dargestellt, das Gott zur Züchtigung der Menschen sandte und das normalerweise am Meeresgrund ruht. Im Mittelalter gilt er als Allegorie für Chaos, für das Entfernen von Gott und die Sündhaftigkeit der Menschen, repräsentiert als Dämon des Neides eine der sieben Todsünden und soll mit dem Teufel in Verbindung stehen.

Klabautermann

Der Klabautermann ist ein Schiffsgeist oder Kobold, der im Laderaum wohnt. Er hilft im Schiffsbau beim Dichten des Schiffsdecks, hämmert, verstaut und wirft mit Brettern – Klabautermann leitet sich vom niederdeutschen klabastern, das heißt poltern oder lärmend umhergehen oder vom niederdeutschen kalfatern, das bedeutet mit Pech und Werg abdichten, ab. Der Klabautermann treibt gerne Schabernack, warnt den Kapitän aber auch bei Gefahren. Kommt der Klabautermann an Deck, zum Beispiel wenn er in der Takelage klettert und auf dem Mast oder Klüverbaum sitzt, wird das als schlechtes Zeichen angesehen. Sollte er von Bord gehen, behaupten Seeleute, ist das eine sichere Warnung vor einem Schiffsuntergang. Solange er an Bord bleibt, poltert der Klabautermann oder macht andere Geräusche, geht er von Bord, soll er hingegen hobeln. Um einen Klabautermann abzuschrecken, gehört auf jedes Schiff ein Huhn. Sein Äußeres wird übrigens analog eines Matrosen mit Hammer und Pfeife sowie mit roten Haaren und grünen Zähnen dargestellt – der Pumuckl von Ellis Kaut erinnert an einen Klabautermann.

Meerjungfrauen und Wassergeister

Eine Meerjungfrau ist ein im Meer oder anderen Gewässern lebendes Mischwesen aus Frauen- und Fischkörper. Als männlicher Gegenpart des weiblichen Fabelwesens aus Legenden und Aberglauben gilt der Wassermann. Meerjungfrauen sind meist jung und schön, haben häufiger grün schimmernde oder vollständig grüne, oft aber auch anders farbige Haare, einen menschlichen Oberkörper und ab der Hüfte abwärts einen mit Schuppen bedeckter Fischschwanz mit wie bei Meeressäugern waagerechter Fluke. Beschrieben wurden die Meerjungfrauen von Seefahrern, die schöne, junge Frauen – oder vielleicht auch Seekühe – sich auf Klippen sonnen gesehen haben wollen. Wesentliches Merkmal von Meerjungfrauen ist, dass sie seelenlos oder verdammt sind und nur durch die Liebe eines Mannes erlöst werden können. Das führt dazu, dass sie nicht nur als schutz- und erlösungsbedürftig, sondern teilweise auch als wollüstig gelten und die Übergänge zu den eher mütterlichen, liebevollen Wasserfrauen beziehungsweise den bedrohlichen, verführerischen Nixen fließend sind und manchmal die Bezeichnungen synonym verwendet werden.
Eine Nixe beziehungsweise ein Nix ist ein weiblicher beziehungsweise männlicher Wassergeist. Sie leben als Familien am Wassergrund und kommen für Vergnügungen an Land, wo man sie nur an ihren feuchten Kleidersäumen erkennen kann. Nixen sind meist nicht nur schöne Frauen, sondern haben einen sehr schwierigen Charakter: Sie warnen vor Stürmen oder ertränken Fischer, sie verteilen Geschenke oder entführen Kinder.

Älteste bekannte Meerjungfrau ist Undine, die Anfang des 14. Jahrhunderts in einer Sage des oberrheinischen Rittergeschlechts der Staufenberg auftaucht. Undine, was Welle bedeutet, ist ein halbgöttlicher Elementargeist, der das Element Wasser verkörpert, weswegen man sie in Waldseen oder Wasserfällen entdecken kann, und begleitet meist Götter als dienende Nymphen. Der Gesang des weiblich-jungfräulichen Wassergeistes soll bezaubernd sein; eine Seele bekommt sie erst nach Vermählung mit einem Menschenmann – sollte dieser untreu sein, tötet Undine ihn.
Überschneidungen der Undinen-Sagen gibt es mit der griechischen Mythologie. So gibt es auch dort Wassernymphen, die Unheil bringen können, sowie andere Wasserwesen mit zauberhaften Stimmen wie die Sirenen – Mischwesen aus Vogel und Mensch - oder die Loreley, die vorbeiziehende Schiffer mit ihren Stimmen anlockten, betörten und in den Abgrund zogen.

Loreley

Loreley ist zum einen ein Schieferfelsen im Oberen Mittelrheintal bei Sankt Goarshausen am rechten Rheinufer an einer starken Rechtskurve, vor dem sich der Rhein sehr verengt und sehr tief ist, so dass starke Strömungen auftreten, und zum anderen durch Clemens Brentano seit 1801 der Name einer Zauberin oder Nixe auf dem gleichnamigen Felsen. Loreley leitet sich ziemlich sicher vom keltischen Ley, das heißt Schiefer, ab. Der andere Teil des Namens bezieht sich auf den Felsen selbst. Leitet er sich vom mittelhochdeutschen luren, das heißt lauern, ab, wäre es ein lauernder Fels; bei lurren eher ein schreiender Fels, was auf die Schreie von untergehenden Schiffer hindeuten würde. Auch vom rheinischen luren, also summen, könnte der Name abstammen, wenn man es auf das Summen des Wassers an den Felskanten bezieht. Selbstverständlich könnte sich Loreley aber auch vom mittelhochdeutschen lur für Elfe ableiten und ein Elfenfelsen sein, deren Bewohner – und nicht der der Loreley gegenüberliegende Galgenbach-Wasserfall - für das starke siebenfache Echo verantwortlich wären. Auf jeden Fall waren Strömung und gefährliche Felsen bei Sankt Goarshausen Grund für viele Schiffsunglücke, die sich seit der Sprengung der gefährlichsten Felsen im Fahrwasser zwar verringert haben, bei starkem Hoch- oder Niedrigwasser ist die Fahrt durch die Loreley-Passage aber auch heute noch riskant. Da seit dem Mittelalter Zwerge, Nymphen oder Berggeister für die gefährlichen Strömungen und die Echos am Loreleyfelsen verantwortlich gemacht wurden, lag es nahe, dass die Literatur dies aufgriff. So schuf Clemens Brentano eine Ballade und ein Rheinmärchen, Heinrich Heines Lore-Ley wurde sentimentales Volkslied, es gab unzählige Musikstücke, Filme, Romane – und sogar eine Star Trek-Folge mit Lorelei-Signal.

Nessie

Im Loch Ness in der Nähe von Inverness soll ein sagenhaftes Tier sein Unwesen treiben, das seit 565 immer mal wieder gesichtet wird. Das Ungeheuer von Loch Ness wird meist als bis zu 20 Meter langer Saurier beschrieben. Seine Existenz ist ähnlich gesichert wie die von Yetis – wahrscheinlich nicht nur deswegen wird es liebevoll Nessie genannt. Zwar tötete es häufiger Menschen, meist wird es aber nur gesichtet und man kann es aber durch Worte eines Heiligen vertreiben. Bewiesen ist die Existenz von Nessie nicht, DNA-Analysen weisen auf Aale hin, aber es gibt viele schöne Fotos und Meldungen. Außerdem passen die Sichtungen von Nessie ins mystische Schottland und sind eine wichtige Einnahmequelle – so ist Nessie, falls es sie tatsächlich gibt, seit 1934 per Gesetz unter Naturschutz gestellt.

Ob man nun daran glaubt oder nicht – eine romantische Sage oder eine gruselige Geschichte kann auf einer wunderschönen Seereise nicht falsch sein…

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