Stad Ship Tunnel: Steht Norwegens Mega-Projekt vor dem Aus?

Der geplante Stad Ship Tunnel in Norwegen galt lange als spektakuläres Prestigeprojekt: Ein 1,7 Kilometer langer Schiffstunnel sollte die gefährliche Passage rund um die Halbinsel Stadlandet umgehen — ein weltweit einmaliges Bauwerk.
Doch inzwischen steht das Projekt massiv unter Druck.
Kosten explodiert
Das norwegische Parlament (Storting) hatte den Tunnel ursprünglich mit einem Kostenrahmen von rund 4,1 Milliarden NOK genehmigt, später inflationsbedingt auf etwa 5,4 Milliarden NOK angepasst.
2025 lagen die eingegangenen Angebote jedoch deutlich höher. Die Kostenschätzung stieg zunächst auf rund 9,4 Milliarden NOK. Nach Nachverhandlungen mit den verbliebenen Bietern — darunter AF Gruppen, Skanska und Eiffage — konnte die Summe zuletzt zwar auf 8,6 Milliarden NOK gesenkt werden. Dennoch liegt das Projekt weiterhin weit über dem genehmigten Budget.
Regierung will Projekt stoppen
Die norwegische Regierung kündigte deshalb im Rahmen des Haushaltsentwurfs 2026 an, die Arbeiten am Stad Ship Tunnel stoppen zu wollen. Als Grund werden die hohen Kosten und der aus Sicht der Regierung zu geringe wirtschaftliche Nutzen genannt.
Allerdings ist das Projekt noch nicht offiziell beendet. Das Storting hatte die Regierung bereits 2025 angewiesen, weiterzuverhandeln und Einsparmöglichkeiten zu prüfen. Eine endgültige parlamentarische Entscheidung steht daher noch aus.
Technisch einzigartig — politisch kaum noch realistisch
Technisch wäre der Stad Ship Tunnel weiterhin machbar. Mit 50 Metern Höhe und 36 Metern Breite wäre er der weltweit erste Schiffstunnel dieser Größenordnung geworden.
Politisch und finanziell wirken die Chancen auf eine Realisierung inzwischen jedoch sehr gering. Nach mehr als 150 Jahren Diskussion könnte das Projekt letztlich an den Kosten scheitern.

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