Im Kreuzfahrt Hafen Santa Cruz (Galapagos)...…

… muss ich unbedingt Lonesome George besuchen.
Wer an die Galápagos-Inseln denkt, hat meist Blaufußtölpel, Meeresechsen und riesige Schildkröten vor Augen. Den Riesenschildkröten kann man in der Charles-Darwin-Forschungsstation auf Santa Cruz ganz nah kommen. Hier werden seit Jahrzehnten Galápagos-Riesenschildkröten aufgezogen, erforscht und auf ihre Heimatinseln zurückgebracht. Da es zudem ein interessantes Museum gibt, ist ein Besuch mehr als nur ein Zoobesuch – er erzählt die Geschichte einer einzigartigen Tierwelt und davon, wie viel Engagement nötig ist, um sie zu erhalten. Schon Charles Darwin war während seiner Reise mit der Beagle von den Riesenschildkröten fasziniert, unter anderem weil sich die Tiere von Insel zu Insel unterschieden. Diese Unterschiede werden in der Ausstellung erklärt. Je nach dem Nahrungsangebot der jeweiligen Insel entwickelten sich im Laufe vieler Generationen unterschiedliche Panzerformen und Halslängen. Auf Inseln mit üppiger Vegetation am Boden besitzen die Schildkröten meist einen hohen, kuppelförmigen Panzer. Wo dagegen Kakteen und höher wachsende Pflanzen die wichtigste Nahrungsquelle sind, entwickelten sich sattelförmige Panzer und längere Hälse, damit die Tiere auch an höher gelegene Blätter gelangen konnten. Solche Beobachtungen gehörten zu den Erkenntnissen, die Darwin später zur Entwicklung seiner Evolutionstheorie inspirierten. Natürlich sind die Schildkröten die eigentlichen Stars des Besuchs. Die Jungtiere werden hier geschützt aufgezogen, bis sie groß genug sind, um auf ihren Heimatinseln bessere Überlebenschancen zu haben. Daneben begegnet man gewaltigen, jahrzehntealten Riesenschildkröten, die mit Ruhe und Gelassenheit faszinieren. Zum Abschluss begegnet man – in einem kalten, dunklen Raum und zeitlich begrenzt - der wohl bekanntesten Schildkröte der Welt: Lonesome George. Er war der letzte bekannte Vertreter seiner Unterart von der Insel Pinta und wurde zum Symbol des Artenschutzes auf den Galápagos-Inseln. Trotz jahrzehntelanger Bemühungen fand sich keine passende Partnerin, und mit seinem Tod im Jahr 2012 verschwand auch seine Unterart. Seine Geschichte macht deutlich, wie zerbrechlich selbst die außergewöhnlichste Tierwelt sein kann – und warum die Arbeit der Charles-Darwin-Forschungsstation bis heute so wichtig ist. Wer auf Santa Cruz an Land geht, sollte sich diesen Ort nicht entgehen lassen – denn kaum irgendwo sonst wird so eindrucksvoll sichtbar, was Evolution ist und wie eng Natur, Wissenschaft und Artenschutz miteinander verbunden sind.
Sind Sie neugierig geworden und möchten Sie auf Rivers2Oceans-Spuren wandern, hier ist der Link zur Karte. Für mehr Informationen fragen Sie gerne auch uns.

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