Tagesausflüge auf Westeuropa Kreuzfahrt – Teil 3: Santiago de Compostela ab La Coruña

Von Kreuzfahrtexperte, 08.01.2021

Eigentlich ja nicht richtig, denn bequemer geht es kaum – aber Santiago de Compostela ist so schön, dass auch ein Besuch per Kreuzfahrt lohnend ist.

Santiago de Compostela liegt im Nordwesten Spaniens, zwischen Vigo und A Coruña. Die Hauptstadt der Autonomen Gemeinschaft Galicien hat etwas 96000 Einwohner, ist katholischer Erzbischofssitz, Wallfahrtsort und Ziel des Jakobswegs. Der erste Teil ihres Namens, Santiago, lässt sich über San-Yago vom lateinischen Sanctus Iacobus, das heißt, heiliger Jakob, ableiten. Compostela könnte zum einen auf eine Lichterscheinung in Zusammenhang mit dem Jakobsgrab zurückgehen, das lateinische campus stellae bedeutet Sternenfeld, oder von dem von den Römern angelegten Friedhof, lateinisch compostum, stammen. Von der frühen Geschichte Santiago de Compostelas, das laut den Römern im Finis Terrae, dem Ende der Welt, lag, ist wenig bekannt. Die Römer hatten hier vom 1. bis zum 4. Jahrhundert ein Militärlager und vom 5. bis zum 7. Jahrhundert gab es eine suebischen Siedlung; im Mittelalter war es der westlichste Ort der Via Regia und Via Imperii. Zwischen 818 und 834 wurde aufgrund einer auf ein Apostelgrab hinweisende Lichterscheinung das Grab des Jakobus des Älteren entdeckt. Jakobus war einer der zwölf Apostel, der der Legende nach direkt nach Christi Himmelfahrt in die römische Provinz Hispania ging, um dort zu missionieren. Da er wenig Erfolg hatte, kehrte er nach Palästina zurück, wo er im Jahre 44 auf Befehl des Königs Herodes Agrippa I. von Judäa enthauptet wurde. Die aus dem Mittelalter stammende Legende sagt weiter, dass sein Leichnam in ein Boot, das dann an die Küste Spaniens trieb, gelegt wurde, oder, in einer anderen Version, dass seine Jünger Athanasius und Theodorus seinen Leichnam in sein Missionsgebiet brachten und ihn in einem Steingrab auf dem Gebiet der heutigen Stadt Santiago de Compostela beisetzten. In Kirchenkreisen gibt es zudem die Legende, dass Kaiser Justinian Jakobus Gebeine dem Sinaikloster schenkte, von wo aus sie Mönche vor dem Islam in Sicherheit brachten. Als die Lichterscheinung dem Bischof von Iria Flavia, Theodemir, gemeldet wurde und man tatsächlich ein Grab fand, wurde es zum Grab des Heiligen Jakobus erklärt und König Alfons II. von Asturien (791–842) ließ dort eine Kirche errichten. Um 830 wurde Santiago de Compostela zum Wallfahrtsort ernannt, es entstand ein Dorf, das schon im 10. Jahrhundert zur Stadt Santiago wurde. Da die Kirche schnell zu klein wurde, begann man 872 unter König Alfons III. mit dem Bau einer dreischiffigen Kirche, die 997 vom Heerführer des Kalifen von Córdoba, Almansor, zusammen mit der Stadt zerstört wurde. Erst Ende des 11. Jahrhunderts unter Alfons VI. wurde die Kirche von Santiago de Compostela neu aufgebaut und wurde neben Rom und Jerusalem zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Christenheit. 1236 wurden auch die von versklavten Christen nach Córdoba geschleppten Glocken der Kathedrale wieder zurückgebracht. 1985 erklärte die UNESCO Santiago de Compostela zum Weltkulturerbe, 1987 wurde der Camino de Santiago, der Jakobsweg, zum ersten europäischen Kulturweg erhoben.

Santiago de Compostela für Gäste einer Westeuropa Kreuzfahrt

Santiago de Compostelas Altstadt steht, zusammen mit der Kathedrale und dem Jakobsweg, schon seit 1985 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. In der hauptsächlich aus Granit erbauten Stadt findet man viele sehenswerte Adelspaläste, Klöster, Konvente, Arkaden und schöne Plätze. Südlich der berühmten Kathedrale kann man sich in den Altstadtgassen beinahe verirren; dabei sollte man aber auf jeden Fall die Rúa de Franco, Rúa do Vilar und Rúa Nova nicht verpassen und am Rande der Altstadt in die Markthalle Mercado de Abastos einkehren. Eine gute Möglichkeit, Santiago de Compostela kennen zu lernen, ist, dem Jakobsweg in der Stadt zu folgen. Vom Platz Porta do Camiño, in dessen Nähe das Museum für Gegenwartskunst sowie das das im ehemaligen Kloster Convento de San Domingos de Bonaval untergebrachte Galicische Volkskundemuseum liegen, geht es aus nordöstlicher Richtung in die Altstadt. Durch die Rúa das Casas Reais, in der sich die Kirche Santa Maria do Camino, das heißt Unsere Liebe Frau vom (Jakobs-)Weg, sowie die Capilla de las Animas, die Kapelle der armen Seelen, an deren Fassade man die Seelen im Fegefeuer brennen sehen kann, befinden, gelangt man zum Praza de Cervantes, auf dem die Büste des spanischen Nationaldichters steht, und durch die Rúa da Acibechería zur Praza da Inmaculada, an dem sich im barocken, ehemaligen Benediktinerkloster San Martiño Pinario eine Pilgerherberge befindet. Nach Passieren des Bogenganges Arco do Pazo ist man auf dem beeindruckenden Vorplatz der Kathedrale, dem Praza do Obradoiro. An dem lebhaften Platz, der nach der Werkstatt benannt wurde, in der die Steine der barocken Fassade bearbeitet wurden, liegen neben der Kathedrale drei weitere sehenswerte Gebäude unterschiedlicher Baustile und Epochen: das romanische, vom Bischof Fonseca gegründete Colexio de San Xerome, der neoklassizistischen Pazo de Raxoi, Priesterseminar für Beichtväter, Residenz für die Chorkinder der Kathedrale und Rathaus, sowie das im Platereskenstil erbaute Hospital Real, das von den katholischen Königen Isabel und Fernando II. nach dem Sieg über das maurische Königreich Granada 1492 gestiftet wurde und heute ein Hotel ist. Die romanische Kathedrale von Santiago de Compostela ist aus Granit mit einem lateinischen Kreuz als Grundriss gefertigt und hat neben dem Langhaus ein dreischiffiges Querhaus, einen Chorumgang in der Apsis und eine Tribüne. Mit dem Bau der Kathedralkirche des Erzbistums Santiago de Compostela wurde 1075 begonnen, allerdings ist nur noch das romanische Südportal, die Praterías-Fassade, in der ursprünglichen Gestalt erhalten. Sie ist das 1188 vollendete Werk des Meisters Mateo und unter anderem mit einem großen wiederauferstandenen Christus, dem Schicksal der Gerechten und dem Jüngsten Gericht geschmückt. Die Acibechería-Fassade ist neoklassizistisch, die Puerta Santa barock und die Obradoiro-Fassade eine einmalige Kombination aus Stein und Glas, mit den Zwillingstürmen Torre de las Campanas, Glockenturm, und Torre de Carracas, der das Verstummen in der Karwoche bezeichnet, sowie reichen Verzierungen wie der Statue des Heiligen Jakobus als Pilger mit Stab, Jakobsmuschel und breitkrempigem Hut. In der Kathedrale sollte man einen Blick auf den mit einem vergoldeten Baldachin geschmückten Hochaltar werfen, der über dem Grab des Apostels Jakobus errichtet ist, zu dessen Gebeinen man hinabsteigen kann. In einer Silberbüste des Apostels im Altar werden die Reliquien des Apostels aufbewahrt; durch eine Umarmung kann man ihm mitteilen, dass die Pilgerfahrt beendet ist. Weitere Sehenswürdigkeiten der Kathedrale von Santiago de Compostela sind das Botafumeiro, ein großes Weihrauchfass, das Museum im Kreuzgang sowie der Rundgang über die Dächer. Neben den historischen Sehenswürdigkeiten gibt es in Santiago de Compostela natürlich auch moderne Bauten wie zum Beispiel südwestlich der Altstadt der interessante Bau des amerikanischen Architekten Peter Eisenman, die Cidade da Cultura, in der sich das Museum zur Geschichte Galiciens, ein großer Theatersaal sowie Bibliotheken befinden.

Santiago de Compostela als Westeuropa Kreuzfahrt Tourist selbstständig entdecken

Von La Coruña kann man mit einem Transfer der Reederei nach Santiago de Compostela fahren oder die Bahn nutzen. Dort angekommen, kann man die Altstadt gut auf eigene Faust entdecken. Die Adresse des Corunna Cruise Terminals ist Muelle de Trasatlánticos s/n A Coruña, A Coruña, Telefon +34 981 97 68 21, E-Mail corunna@corunnacruiseterminal.com. Informationen über Santiago de Compostela gibt es bei Spain.info, bei Turismo.gal, vor Ort in der Praza de Mazarelos, 15, 15703 Santiago de Compostela, Telefon +34 881 86 63 97 zu finden, oder bei Santiagoturismo.com, vor Ort in der Rúa do Vilar, 63, 15705 Santiago de Compostela, Telefon +34 981 55 51 29. Santiago de Compostelas Altstadt ist gut zu Fuß zu erkunden. Möchte man dies nicht, gibt es einen Touristenzug, der innerhalb von 45 Minuten vom Praza do Obradoiro zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten fährt (in der Nebensaison nur am Wochenende).

„Nicht-Verpassen“ und Tipps vom Rivers2Oceans-Team

- Das letzte Stück des Jakobsweges gehen.

- Außergewöhnliche Fotos von der Cidade da Cultura machen.

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