Asien Flusskreuzfahrten

Gewürze duften, Seide leuchtet in vielen Farben, Tempel verströmen Mystik, Städte werden besungen – lernen Sie auf einer Flusskreuzfahrt auf dem Ganges, dem Brahmaputra oder dem Irrawaddy, die Sie wegen des Monsun am besten zwischen November und März machen sollten,  exotische Kultur kennen.

Der über 2600km lange Ganges, der heiligste Fluss der Hindus, ist der zweitgrößte Fluss von Indien und Bangladesch. Innerhalb des Himalayas vereinigen sich zwei Quellflüsse zum Ganges, wobei die Quelle der Bhagirathi, das Gletschertor Gaumukh („Kuhmaul“), mythologisch als eigentliche Ganges-Quelle gilt. Nach den engen Tälern des Himalayas erreicht der Fluss die Gangesebene, wo seit 1856 der große Ganges-Kanal abzweigt, der ein über 6000km langes System von Bewässerungskanälen speist. Hier befinden sich auch die beiden ältesten Städte am Ganges, Patna und Varanasi, das auch die größte religiöse Bedeutung hat. In der Ebene schwenken alle Flüsse nach Südosten und sammeln sich im mäandrierenden Hauptstrom. Im Gangesdelta zweigen mehrere Arme in den Golf von Bengalen ab; gleichzeitig vereinigt sich der Ganges mit dem größeren, aus Bangladesh kommenden Brahmaputra, wodurch er zum größten Strom Asiens wird. Das Gangesdelta gilt mit ca. 56700km² als größtes Mündungsdelta weltweit. Gewässerkundlich ist der Ganges eigentlich der größte Nebenfluss des Brahmaputra im Delta des Flusssystems. „Ganges“ bezeichnet damit also sowohl einen Fluss als auch das gesamte Flusssystem.

Der bis zum Zusammenfluss mit dem Ganges 3100km lange Brahmaputra – nach der Vereinigung heißen sie Padma - fließt durch China, Indien und Bangladesch, was zu vielen verschiedenen Namen führt. Er ist sehr interessant: Teilweise verändert sich sein Lauf, ist oft schwer zugänglich, entspringt 130km östlich des Kailash, fließt über 2000km parallel zur Hauptlinie des Himalaya durch Tibet, ist der höchstgelegene Schifffahrtsweg der Erde und durchschneidet die 250km langen, bis zu 3000m tiefen, oft als tiefste Schluchten der Erde bezeichneten Dihangschluchten. Im Bengalischen Tiefland fließt der durch Monsunregenfälle wasserreich gewordene Fluss langsam sowie mit Schwemmkegeln, in der Monsunzeit teilweise bis zu 15 km breit und an der durch Niederschlags-Rekordwerte bekannt gewordenen Stadt Cherrapunji vorbei – seine schmalste Stelle misst hier einen Kilometer. Nach dem Zusammenfluss u.a. mit dem Ganges ist der gewaltige Strom, der in Bezug auf die Wasserführung nur noch vom Amazonas und vom Kongo übertroffen wird, als Untere Meghna Teil des großflächigsten Mündungsdeltas der Erde.

Der im chinesischem Himalaya entspringende Irrawaddy mit seinen 2170km ist die Lebensader Myanmars. Im Norden fließt er durchs Hochgebirge, um dann nach vielen Schleifen im Tiefland schließlich ein 40000km² großes Delta zu bilden, wo hauptsächlich Reis angebaut wird und das durch Sedimentablagerungen jährlich bis zu 60 m in den Indischen Ozeans hinausgeschoben wird. Myanmar und Burma sind keine unterschiedlichen, sondern von jeher beides Bezeichnungen für das größte Volk des Landes. Die Militärregierung wollte sich mit der Umbenennung von der Kolonialzeit absetzen. Mit rund 87% ist der Buddhismus die vorherrschende Religion Myanmars, weswegen hier einige der berühmtesten buddhistischen Kunstwerke zu finden sind.

Eine Flusskreuzfahrt auf Ganges, Brahmaputra und Irrawaddy bietet wunderschöne Naturerlebnisse und in kultureller Hinsicht wird sich Ihnen eine exotische Welt eröffnen.

Die Verschmutzung des Ganges u.a. durch Abwässer, die Gifte und Kolibakterien enthalten, und Leichenreste ist enorm. Ein Aktionsplan der Regierung hatte noch keinen Erfolg. Trotzdem findet man am und im Ganges immer noch interessante Tieren und Pflanzen. Von den ca. 140 Fischarten des Ganges kommen allerdings über 60 im Himalaya-Hochland vor, das sauerstoffarme Wasser des Ganges reduziert den Fischbestand stetig. Weitere bedrohte Tierarten sind Süßwasserschildkröten, der Indische Otter und die seltenen und kaum erforschten Gangesdelfine und Gangeshaie. Außerdem sind die Mangrovensümpfe Heimat des vom Aussterben bedrohten Bengalischen Tigers. Die Flora an Ganges und Brahmaputra ist im Delta durch von starken Gezeiten in Bewegung gehaltenen, aber wegen des starken Bevölkerungsdrucks trotzdem besiedelten Mangrovensümpfen und in der Ebene hauptsächlich durch die Landwirtschaft und Dschungel bestimmt.

Die größte Besonderheit des Ganges ist seine religiöse Bedeutung: Viele Quellen und Mündungen am Ganges sind religiös bedeutsam, am bedeutendsten Varanasi. Die dem Gott Shiva Vishwanat, dem Obersten Herr der Welt, geweihte Stadt ist seit 2500 Jahren Pilgerstätte und einer der heiligsten Orte des Hinduismus. Entlang des Ganges ziehen sich kilometerlange, treppenartige Uferbefestigungen, die Ghats, auf denen die Gläubigen baden, um von ihren Sünden gereinigt zu werden, bzw. ihre Leichen verbrannt und ihre Asche im Fluss verstreut werden – in Varanasi zu sterben und verbrannt zu werden soll vor einer Wiedergeburt schützen. Außerdem gibt es in Varanasi ca. 200 wichtige hinduistische, jainistische und buddhistische Tempel wie z.B. den Vishwanath-Tempel, d.h. Goldener Tempel, in der Nähe den Ort, wo Buddha seine erste Predigt gehalten haben soll sowie den 55 m hohen Mahabodi-Tempel aus dem 1. bis 3. Jh. in Bodhgaya, wo Buddha einst das Erwachen erlangte. Padna hat nicht nur einen der bedeutendsten Tempel der Sikh, sondern auch zahlreiche Moscheen, eine Orientalische Bibliothek und ein Museum mit vielen Skulpturen zu bieten. Dann locken Tempel in Fatwah, Monghyr mit seiner imposanten Moghul-Festung, das zudem vielen Mitarbeitern der Ostindien-Kompanie als Sitz für ihren Ruhestand diente, und wieder zahlreiche Tempel und Gräber in Bhagalpur. In Colgani können Sie religiöse Felsritzungen in hinduistischen und buddhistischen Höhlentempeln sowie vielleicht Ganges-Delfine sehen. Kleine Dörfer, eine Schleuse bei Farakka und viele weitere Tempel, in Baranagar sogar ein historischer Tempelkomplex, der Hazaduari Palst in Murshidabad oder das Zentrum der Hare-Krishna-Bewegung in Mayapur – Sie werden aus dem Staunen nicht heraus kommen. Dabei folgen noch bengalische Terrakottatempel aus dem 17. und 18. Jahrhundert in traumhafter Natur in Kalna, unerwartet eine christliche Kirche in Bandel und ein schönes Gemisch aus Tempeln, indischer und französischer Architektur in Chandannagar. Letzte Station ist die Industrie- und Kulturstadt Kalkutta, d.h. „Tor der Göttin Kali“,  deren berühmteste Bürgerin Mutter Theresa war. Englische Kolonialarchitektur wie St. Pauls Cathedral, das Victoria-Memorial, Wahrzeichen der Stadt, das älteste und größte Kunst- und Naturgeschichtsmuseum, aber auch ein bedeutender hinduistischer Pilgerort, der 1809 errichtete, der Göttin Kali geweihte Tempel Khaligat – es gibt viel zu sehen, falls Sie nicht lieber über Basare schlendern wollen.

Sowohl bei einer Ganges- als auch bei einer Brahmaputra- Flusskreuzfahrt werden teilweise Kombinationen mit bzw. Ausflüge nach Delhi mit seiner unglaublicher Farb- und Geräuschkulisse, Basaren und Moghularchitektur, zum Taj Mahal in Agra oder dem Palast der Winde in Jaipur angeboten. Vielleicht möchten Sie auf Ihre Flusskreuzfahrt in Indien aber auch an den paradiesischen Stränden und Tauchreservaten des Indischen Ozeans entspannen.

Bei einer Flusskreuzfahrt auf dem Brahmaputra werden Sie in den hohen Gräsern, Wäldern und Sümpfen viele Hirsch- und Affenarten, aber vielleicht auch Nashörner, Wasserbüffel und Elefanten sehen. Besonders eignen sich dafür der Kaziranga- und der Orang-Nationalpark, die Sie per Jeep-Safari oder auf dem Rücken eines Elefanten erleben können. Auch traditionelle Dörfer oder Teeplantagen können Sie besuchen. Oft können Sie auch stilecht mit einer Rikscha die Städte erkunden, wie z.B. Tezpur, wo Sie am Türrahmen  des Da-Parbatai-Tempels die Göttinnen Ganga und Yamuna als großartiges Beispiel der Bildhauerei in Assam und den schönsten Garten der Stadt, Chitralekha Udyan, besichtigen oder bei klarer Sicht vom Ouguri Hill-Haus den Himalaja, aber auf jeden Fall einen atemberaubender Blick über den Brahmaputra und die Kalia Bhomora-Brücke genießen können. An der mit einem Kilometer schmalsten Stelle des Brahmaputra-Unterlaufes liegt seine größte Stadt, Guwahati, wo Sie sich im Assam-State-Museum über die Geschichte Indiens informieren, den Kamakhya-Tempel, ein Ziel vieler Pilger, besichtigen, alte Herrenhäuser angucken oder einen Ausflug in die umliegende Natur machen können. Weitere Highlights dieser Flusskreuzfahrt sind die Majuli Island, die wegen ihrer einzigartigen hinduistischen Klöster und ihre beeindruckenden Tanzdrama-Aufführungen berühmt ist, und der Besuch von Sualkuchi, wo Sie in einer Seidenweberei vieles über Entstehung und Verarbeitung des Seidenfadens lernen können und am einzigen Ort der Welt sind, wo die goldene Seide Muga hergestellt wird.

Eine Flusskreuzfahrt auf dem Irrawaddy hat ebenso viel zu bieten, denn nicht umsonst werden Mandalay und die Goldenen Pagoden Myanmars besungen. Ihre Flusskreuzfahrt beginnt oft in Yangon, wo Sie herrliche Parks und eine große Anzahl an Pagoden besichtigen können. Pagoden wurden ursprünglich gebaut, um Überreste erleuchteter buddhistischer Mönche aufzubewahren. Die beeindruckendste Pagode ist die 2500 Jahre alte, fast 100 m hohe und mit einer goldenen Kuppel gekrönten Shwedagon-Pagode. Nachdem Sie in Pyay Pagoden, Buddha-Statuen und Märkte besucht haben, folgt Thayekhittaya, Hauptstadt der Pyu vom 5. bis 8. Jahrhundert. Heute ist es ein verwunschener, vom Dschungel überwucherter Ort, an dem Sie nicht nur Pagoden und Statuen, sondern auch das Museum besuchen sollten. Zwischen den Besichtigungen haben Sie ausreichend Gelegenheit, die wunderschöne, unberührte Landschaft, Tempel, idyllische Siedlungen und das Treiben der freundlichen Bewohner von Bord aus zu betrachten. Nachdem Sie in Gwechaung eine alte italienische Festung, in Minbu den heiligen Drachenberg, einen blubbernden Schlammvulkan, und in Magwe die Myatthalon-Pagode besichtigen können, fahren Sie in das alte religiöse Zentrum Salay mit unzähligen Klöstern, Stupas, d.h. buddhistischen Denkmälern, und Kolonialgebäuden, u.a. dem 150 Jahre alten Holzkloster Youqson Kyaung, dessen geschnitzte Decken und Figuren aus dem Leben Buddhas und des Nationalepos Ramayana erzählen. In Tan Kyi können Sie dann ein Abbild des königlichen Prinzenhauses sehen, bevor Sie zum Highlight der Reise kommen, einer der größten archäologischen Stätten Südostasiens: Bagan. In seinen rund 400 Jahren als Hauptstadt wurden in Bagan auf 36 km² ca. 6000 Pagoden, Tempel, Klöster und Stupas erbaut, von denen etwa 2000 erhalten sind. Zusätzlich finden Sie hier die ältesten erhaltenen Wandmalereien Südostasiens. Falls Sie noch nicht genug in buddhistischen Denkmälern geschwelgt haben, gibt es noch die Pagoden von Shwe Kyat Ye und die alten Königsstädte Ava, mit dem Holzkloster Baga Yar, und Amarapura, mit seiner 1,2 km langen Teakholz-Brücke. Leider folgen nun nur noch die letzte Königsstadt Mandalay mit Palast, Klöstern, Pagoden und Statuen sowie die größte klingende Glocke der Welt in Mingun.

Egal für welche Flusskreuzfahrt Sie sich entscheiden, dem Zauber der exotischen Länder mit außergewöhnlicher Kultur, Gegensätzen, Farben und Düften kann man sich schwer entziehen.

Die beschriebenen Routen sind Beispiele einer möglichen Flusskreuzfahrt und sollen Ihnen mögliche Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses nahe bringen. Genaue Beschreibungen Ihrer Route entnehmen Sie bitte der Routenbeschreibung auf der jeweiligen Angebotsseite.

Flusskreuzfahrten auf dem Mekong und dem Yangtse sind so beliebt, dass Sie erste Informationen dazu auf den extra eingerichteten Seiten finden.

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Phoenix Asien Flusskreuzfahrt: Brahmaputra, Extras

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